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PRESSEMITTEILUNG 29. SEPTEMBER 2009

29. September 2009 Wirtschaftskanzleien zeigen verlangsamtes Wachstum

 

Köln, 29.09.2009 Köln – Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat das Wachstum der in Deutschland tätigen Anwaltskanzleien deutlich verlangsamt. Dennoch legten die 50 größten Wirtschaftssozietäten im Geschäftsjahr 2008/2009 im Schnitt weiter zu, wie die in der Branchenzeitschrift JUVE Rechtsmarkt publizierten Zahlen zeigen. Der JUVE Verlag hat bereits zum achten Mal in Folge die Umsatzzahlen der führenden Wirtschaftskanzleien in Deutschland ermittelt.

Umsatzplus

Die JUVE Top-50 erzielten unter dem Strich ein Umsatzplus von 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt setzten sie damit 3,61 Mrd. Euro um. Im Jahr zuvor war der Gesamtmarkt allerdings noch um über neun Prozent auf 3,47 Mrd. Euro gewachsen.

Angesichts des derzeit schlechten konjunkturellen Umfelds kam den deutschen und den hier tätigen US-amerikanischen Sozietäten zugute, dass die allermeisten von ihnen ihre
Bücher bereits zum 31.12.2008 geschlossen haben. Somit flossen nur drei Negativmonate nach dem Zusammenbruch der US-Bank Lehman Brothers in ihr Zahlenwerk ein.

Härter traf es dagegen die zumeist stark von Transaktionen abhängigen Kanzleien mit britischen Wurzeln. Sie beendeten ihr Geschäftsjahr erst am 30.04.2009. Folge: Die Gruppe der zehn englischen Kanzleien in den diesjährigen JUVE Top-50 kam mit sieben Krisenmonaten in den Büchern auf ein Umsatzminus von acht Prozent.

Personalentwicklung

Auch die Personalzahlen gingen im abgelaufenen Geschäftsjahr in Deutschland nochmals nach oben. Nach JUVE-Berechnungen arbeiteten in den 50 größten Kanzleien zuletzt mehr als 7.300 Anwälte und damit knapp sieben Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Zum Vergleich: Die Kanzleien in Großbritannien bzw. dem Finanzzentrum London verbuchten zum Stichtag 30.04.2009 nach JUVE-Berechnungen im Durchschnitt fast 22 Prozent Personalrückgang. Dennoch bleibt der dortige Markt mit 27.000 Wirtschaftsanwälten, die allein in den größten 25 UK-Kanzleien beschäftigt sind, um ein Vielfaches größer als der
hiesige.

Prognose

Für Deutschland dürften dies allerdings die vorerst letzten Erfolgsmeldungen gewesen sein. Es ist davon auszugehen, dass im aktuellen Geschäftsjahr vor allem die deutschen und
US-amerikanischen Kanzleien nachgeben werden. Entsprechend haben auch hier die allermeisten Kanzleien seit Jahresanfang begonnen, ihre Strukturen zu verschlanken. Damit könnte es erstmals seit zehn Jahren zu einem Umsatz- und Personalrückgang im Gesamtmarkt kommen.

Top-10

Die größte Kanzlei in Deutschland bleibt Freshfields Bruckhaus Deringer. Mit über 550 Anwälten kam sie auf einen Umsatz von 393 Mio. Euro (-2 Prozent gegenüber dem Vorjahr).

Die Plätze 2 und 3 tauschten Hengeler Mueller und Clifford Chance. Mit 13 Prozent weniger Umsatz (insgesamt 196 Mio. Euro) erzielte die britische Großsozietät das mit Abstand größte Minus der Top-10-Kanzleien.

Neu unter den ersten zehn ist die deutsche Großkanzlei Nörr Stiefenhofer Lutz. Sie konnte ihre Einnahmen auf 106 Mio. Euro hochschrauben (+ 17 Prozent).

Umsätze der 10 größten
Wirtschaftskanzleien in Deutschland

Rang
(Vorjahr)

Kanzlei

Umsatz
in Mio. €

Veränderung
zum Vorjahr

Berufsträger
(davon Partner)

1
(1)

Freshfields
Bruckhaus Deringer

393,0

-2,0%

556 (137)

2
(3)

Hengeler
Mueller

226,0

1,8%

236 (78)

3
(2)

Clifford
Chance

196,0

-13,0%

393 (58)

4
(5)

CMS
Hasche Sigle

194,7

7,0%

488 (173)

5
(4)

Linklaters

176,0

-8,3%

274 (63)

6
(6)

Lovells

137,0

-2,6%

215 (49)

7
(9)

Gleiss
Lutz

130,2

15,4%

230 (68)

8
(7)

White
& Case

123,4

4,1%

250 (53)

9
(8)

Taylor
Wessing

121,0

8,0%

281 (86)

10
(11)

Nörr
Stiefenhofer Lutz

105,6

17,1%

260 (71)

Quelle JUVE Verlag

Die 10 produktivsten
Wirtschaftskanzleien in Deutschland

Kanzlei

Umsatz
pro Berufsträger (€)

Veränderung
zum Vorjahr

Anzahl
Berufsträger

Shearman
& Sterling

1.193.000

26,5%

88

Sullivan
& Cromwell

965.000

7,2%

20

Hengeler
Mueller

958.000

-0,4%

236

Skadden Arps Slate Meagher & Flom

848.000

-7,7%

47

Weil
Gotshal & Manges

777.000

-6,5%

65

Cleary
Gottlieb Steen & Hamilton

727.000

5,6%

64

Freshfields
Bruckhaus Deringer

707.000

-8,2%

556

Allen
& Overy

703.000

16,2%

145

Schultze
& Braun

674.000

4,8%

77

Dewey
& LeBoeuf

671.000

2,9%

43

* gemessen nach Umsatz pro Berufsträger, gerundet auf volle Tausender

Quelle JUVE Verlag

Zum Hintergrund:

Der JUVE Rechtsmarkt berichtet monatlich über den Markt für Rechtsberatung von Unternehmen. Im Mittelpunkt der Recherche stehen Kanzleien, Anwälte und deren Mandanten sowie Rechtsabteilungen.

Zu den Publikationen von JUVE gehören neben dem JUVE Rechtsmarkt das jährlich erscheinende „ JUVE Handbuch Wirtschaftskanzleien“ (12. Ausgabe in Vorbereitung, November 2009) und das englischsprachige Pendant „German Commercial Law Firms“ (10. Ausgabe, Mai 2009) sowie das Nachwuchs-Magazin „azur – Karrieremagazin für junge Juristen“ (2
Ausgaben pro Jahr) und „azur100 – Top-Arbeitgeber 2009“.

Aktuelle Nachrichten aus dem deutschen Anwaltsmarkt veröffentlichen wir im Internet unter www.juve.de und www.azur-online.de. Mit dem kostenlosen Newsletter “JUVE Newsline” machen wir zudem im wöchentlichen Rhythmus auf aktuelle Entwicklungen im Anwaltsmarkt aufmerksam (Bestell-Adresse per E-Mail: juve-newsline@juve.de).

Ihr Kontakt für Rückfragen:

Jörn Poppelbaum, Redaktionsleiter JUVE Rechtsmarkt
Tel. 0221/913880-96

joern.poppelbaum@juve.de

Aled Griffiths, Chefredakteur
Tel. 0221/913880-11

aled.griffiths@juve.de

Alke Hamann, Verlagspressemitteilungen
Tel: 0221/913880-42

alke.hamann@juve.de

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