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08.01.2016

S-Bahn Nürnberg: Deutsche Bahn stoppt mit Allen & Overy Vergabe an Konkurrentin

Das Vergabeverfahren rund um den Betrieb der S-Bahn Nürnberg liegt weiterhin auf Eis. Die Deutsche Bahn hat die Entscheidung der Auftraggeberin Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) erneut angegriffen. Diese hatte vor Weihnachten bekannt gegeben, den Auftrag nun doch an National Express zu vergeben. Daraufhin stellte DB Regio bei der Vergabekammer Südbayern den Antrag, die Vergabeentscheidung erneut zu überprüfen.

Olaf Otting

Olaf Otting

Die BEG hatte National Express bereits im Februar 2015 den Zuschlag für den Betrieb der S-Bahn Nürnberg ab 2018 erteilt. Das Netz befördert jährlich rund 20 Millionen Fahrgäste. Gegen die Entscheidung ging DB Regio als unterlegene Bieterin und bisherige Betreiberin vor. Die Vergabekammer Südbayern entsprach dem Antrag, wogegen sowohl die BEG als auch National Express Beschwerde einlegten. Das Oberlandesgericht München entschied, dass die BEG vor einem Zuschlag die finanzielle Leistungsfähigkeit National Express neu prüfen müsse.

Diese Prüfung war positiv für National Express ausgefallen, so dass die BEG der deutschen Tochtergesellschaft eines britischen Unternehmens den Zuschlag nun endgültig erteilen wollte. Allerdings bleibt jetzt die Entscheidung der Vergabekammer Südbayern erneut abzuwarten. Der Weg zum Oberlandesgericht steht ebenfalls wieder offen.

Vertreter DB Regio
Inhouse (Berlin): Dr. Ansgar Suermann
Allen & Overy (Frankfurt): Dr. Olaf Otting (Öffentliches Recht)

Vertreter Bayerische Eisenbahngesellschaft
BBG und Partner (Bremen): Malte Linnemeyer

Hintergrund: Alle Berater sind aus dem Markt bekannt.

DB Regio und die Bayerische Eisenbahngesellschaft setzen auf vertraute Berater, die sie in dem bisherigen Vergabeverfahren bereits begleiteten. Die Deutsche Bahn vertraut Allen & Overy schon seit mehreren Jahren. Zuletzt stoppte Partner Otting an der Seite des Konzerns die Vergabe des Stuttgarter Netzes an Abellio und Go-Ahead. Gleichzeitig lässt sich die Deutsche Bahn immer wieder auch von Gleiss-Partner Dr. Andreas Neun und Wolfram Krohn, der jüngst von Orrick Herrington & Sutcliffe zu Dentons wechselte, beraten. (Christin Nünemann)