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18.08.2014

Hypo Real Estate: Ehemalige Führungsriege setzt auf Münchner Verteidiger

Die Münchner Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen den früheren Vorstandsvorsitzenden der Hypo Real Estate (HRE), Georg Funke, und sieben weitere Ex-Vorstände erhoben. Dies meldete die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf Funkes Verteidiger. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor lediglich erklärt, sie habe ihre Ermittlungen abgeschlossen.

Werner Leitner

Werner Leitner

Die Anklage ist jedoch noch nicht zugestellt. Das Landgericht München prüft nun, ob die Anklagen zugelassen werden. Funke und die anderen früheren Vorstände waren zunächst dafür verantwortlich gemacht worden, dass die HRE mit staatlichen Mitteln gestützt werden musste. Soweit bislang bekannt, beschränkt sich die Anklage nun jedoch auf den Vorwurf, die Finanzlage der Immobilienbank besser dargestellt zu haben, als sie war.

Es ist innerhalb weniger Tage die zweite große Anklage, die bei der 5. Strafkammer des Landgerichts München landet. Dort liegt auch das Verfahren gegen amtierende und ehemalige Deutsche Bank-Verantwortliche wegen eines möglichen Prozessbetrugs im Prozess mit dem Medienunternehmer Leo Kirch.

Vertreter Funke
Kreuzer Pfister und Girshausen (München): Dr. Wolfgang Kreuzer

Vertreter Fe.
Brehm & v. Moers (München): Dr Thilo Pfordte

Vertreter D.
von Máriássy Dr. von Stetten (München): Andreas v. Máriássy

Vertreter Gl.
Prof. Dr. Müller & Partner (München): Klaus Gussmann

Vertreter Gr.
Leitner & Partner (München): Prof. Dr. Werner Leitner

Vertreter H.-O.
Langrock Voß & Soyka (Hamburg): Dr. Marc Langrock

Vertreter L.
Wannemacher & Partner (München): Jan Andrejtschitsch

Staatsanwaltschaft München I
Raoul Zwosta (Staatsanwalt)

Alle Vertreter sind aus dem Markt bekannt.

Hintergrund: Soweit bekannt stehen die Verteidiger ihren jeweiligen Mandanten schon seit Langem zur Seite. Bemerkenswert ist, dass außer Langrock ausschließlich Münchner Verteidiger involviert sind, in den vergangenen Jahren war der Markt für Wirtschaftsstrafverteidiger nämlich offener für überregionale Einsätze geworden. Die Mandatierung der Hamburger Kanzlei dürfte auch darauf zurückzuführen sein, dass der Mandant nicht in Süddeutschland zu Hause ist. (Astrid Jatzkowski)