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17.01.2013

Baumax-Krise: Banken sichern mit Schönherr Zukunft der Baumarktkette

Die Sanierung der größten österreichischen Heimwerker-Baumarktkette Baumax AG ist einen großen Schritt vorangekommen. Die rund 40 in- und ausländischen Gläubigergruppen und die Eigentümerfamilie Essl haben sich auf ein gemeinsames Vorgehen verständigt.

Wolfgang Höller (li.), Martin Ebner

Wolfgang Höller (li.), Martin Ebner

Danach stimmten die Gläubiger, darunter kreditgebende Banken wie die UniCredit Bank Austria, Anleiheinhaber und Hedge Counterparties, einer Stundung der ausstehenden Finanzverbindlichkeiten von einigen 100 Millionen Euro bis 2015 zu. Zudem gewährte das Gläubigerkonsortium unter Leitung der Raiffeisen Bank International (RBI) dem Einzelhändler einen neuen vorrangigen Kredit in Höhe von 78 Millionen Euro zur Absicherung seiner Liquidität.

Baumax verpflichtete sich im Gegenzug zur Umsetzung eines umfassenden Restrukturierungskonzeptes sowie zur Bestellung weiterer Sicherheiten. Zusätzlich hat die Eigentümerfamilie Essl einen Zuschuss in Höhe von 12 Millionen Euro geleistet, nachdem sie bereits 40 Millionen Euro zur Stärkung des Eigenkapitals eingezahlt und Immobilien im Wert von rund 600 Millionen Euro in das Unternehmen eingebracht hatte.

Die Baumarktkette besteht aus über 45 Konzerngesellschaften in Österreich und 8 Ländern Zentral- und Osteuropas. Insgesamt generieren die 159 Baumärkte der Gruppe einen jährlichen Umsatz von rund 1,2 Milliarden Euro.

Berater RBI/Gläubigerkonsortium
Schönherr (Wien): Dr. Wolfgang Höller (Insolvency & Restructuring), Martin Ebner (Banking & Finance; beide Federführung), Christian Schumacher (Intellectual Property); Associates: Ayla Ilicali (Real Estate), Hutan Rahmani (Corporate/M&A), Miriam Simsa (Insolvency & Restructuring), Stefan Paulmayer (Banking & Finance; beide RAA)

Berater UniCredit Bank Austria
Fellner Wratzfeld & Partner (Wien): Dr. Markus Fellner (Gesellschafts- und Bankrecht), Dr. Florian Kranebitter (Bankrecht) – aus dem Markt bekannt

Berater Familie Essl
Eckert & Nittmann (Wien): Erik Eckert (Banking, Restrukturierung) – aus dem Markt bekannt
Engelhardt & Partner (Wien) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Die Schönherr-Partner Höller und Ebner gehören seit Langem zu den erfahrensten Spezialisten für Restrukturierungen von Finanzverbindlichkeiten. Bei der Pleite des Industrie-Gruppe A-Tec vor rund zwei Jahren vertraten beide etwa die Gläubiger der Wandelschuldverschreibungen. Unterstützt wurde das Wiener Kernteam der auch in Zentraleuropa sehr aktiven Kanzlei von ihren Anwälten in Bratislava, Budapest, Bukarest, Istanbul, Ljubljana, Prag, Sofia und Zagreb.

Markus Fellner

Markus Fellner

UniCredit Bank Austria-Anwalt Fellner gehört ebenfalls zu den profiliertesten Restrukturierungsanwälten Österreichs und berät die Bank seit vielen Jahren.

Eckert & Nittmann betreut die Baumax-Eigentümer-Familie Essl seit Jahrzehnten. Begründet wurde die Beziehung bereits von Erik Eckerts Vater, dem heute 65-jährigen Gerhard Eckert.

Die kleine Wiener Kanzlei Engelhardt & Partner ist unter anderem auf Insolvenzen und Masseverwaltungen spezialisiert. (Jörn Poppelbaum)