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18.09.2014

Coup: Allen & Overy wirbt KPMG-Steuerpartner ab

Der renommierte KPMG-Steuerpartner Dr. Marcus Helios (38) verstärkt spätestens zum Jahresanfang 2015 das Düsseldorfer Büro von Allen & Overy. Er gilt im Unternehmenssteuerrecht sowie in Fragen von Financial Services Tax als Schwergewicht.

Marcus Helios

Marcus Helios

Vor seiner fünfjährigen Zeit bei KPMG arbeitete er bei Flick Gocke Schaumburg und Hengeler Mueller. Aus dieser Historie bringt er umfangreiches Wissen mit, durch das die Steuerpraxis von Allen & Overy wesentlich an Breite gewinnt. So ist Helios neben der steuerrechtlichen Beratung bei Unternehmenskäufen und -umstrukturierungen auch auf konzernsteuerrechtliche Fragen, Immobilieninvestments und die Strukturierung von Kapitalanlagen spezialisiert. Darüber hinaus berät er Unternehmen regulierter Industrien, Investmentfonds im Rahmen von Fondsgestaltungen sowie Konzerne in steuerlichen Fragen an der Schnittstelle zu Compliance-Themen.

Für Allen & Overy ist die weitergehende Erfahrung im Steuerrecht am Standort Düsseldorf auch deshalb sinnvoll, weil die Kanzlei damit die Schnittstelle zur gesellschafts- und aufsichtsrechtlichen Beratung besser bedienen kann. Auf diesen Feldern war sie in den vergangenen Jahren durch Quereinsteiger wie Dr. Hans Diekmann von Shearman & Sterling oder Dr. Jan Schröder von Hogan Lovells sichtbar vorangekommen. Zudem hat Allen & Overy – im Vergleich zu Wettbewerbern wie Linklaters und Freshfields Bruckhaus Deringer – im Steuerrecht Nachholbedarf: Derzeit zählt die Praxis um ihren Chef Dr. Gottfried Breuninger lediglich vier Partner. Und bereits jetzt ist klar, dass mit Eugen Bogenschütz aus dem Frankfurter Büro zum Mai 2015 einer von ihnen in den of-Counsel-Status wechselt. Insgesamt arbeiten in der Steuerpraxis rund 20 Berufsträger.

Der Wechsel ist auch deshalb bemerkenswert, weil Weggänge auf Partnerebene von einer Big-Four-Gesellschaft zu einer Großkanzlei äußerst selten geworden sind. Mit Allen & Overy rekrutiert nun wieder eine Kanzlei hochkarätiges Personal bei den Topadressen. In den vergangenen Jahren hatten sich umgekehrt vor allem die Steuerabteilungen von PricewaterhouseCoopers, EY und KPMG expansiv gezeigt. Sie bauten massiv aus, auch mit Quereinsteigern aus Kanzleien. Lediglich Deloitte hatte aufgrund interner personeller Querelen jüngst an Boden verloren.

Für KPMG ist der Wechsel von Helios gleichwohl verschmerzbar. Aktuell sind dort 140 Steuer-Partner und insgesamt über 1.000 Berufsträger tätig. Zuletzt verzeichnete die Abteilung einige Zugänge von Deloitte. Im Münchner Büro kam vor rund einem Jahr Dr. Tobias Ackert von Watson Farley & Williams dazu. (Volker Votsmeier)