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24.11.2016

Startklar: Freshfields und Gleiss verhandeln Etihad-Tui-Gemeinschaftsprojekt

Der Tui-Aufsichtsrat hat Pläne zur Gründung einer gemeinsamen Ferienfluglinie mit Etihad abgesegnet. Die neue Fluggesellschaft soll aus dem Ferienflieger Tuifly und der Air-Berlin-Tochter Niki bestehen und ihren Hauptsitz in Wien haben. Zuvor muss sich Etihad als Großaktionär allerdings noch mit Air Berlin einigen.

Dirk Schmalenbach

Dirk Schmalenbach

Etihad stehe mit Air Berlin in Verhandlungen über den Kauf des touristischen Flugbetriebs, vor allem in Südeuropa und Nordafrika, und über den Kauf der Beteiligung an Niki, heißt es von Tui. Wenn dieses Geschäft in den kommenden Wochen abgeschlossen ist, soll das Gerüst für die neue europäische Ferienfluggesellschaft errichtet werden: Ein Joint Venture, an dem Tui 24,8 Prozent, Etihad 25 Prozent und die bereits bestehende Niki Privatstiftung 50,2 Prozent der Anteile halten.

Gemeinsam mit Tuifly und den Flugzeugen von Niki verfügt die neue Gesellschaft über eine Gesamtflotte von 60 Flugzeugen. Sie soll von wichtigen Abflughäfen in Deutschland, Österreich und der Schweiz ein umfassendes Streckennetz bedienen.

Die Unternehmensgründung ist auch Teil eines Rettungsplanes für die angeschlagene Air Berlin. Bei Bekanntwerden der Pläne hatte es massive Mitarbeiterproteste gegeben. Tuifly-Flugbegleiter hatten sich im Oktober massenhaft krank gemeldet, sodass der Flugbetrieb teilweise lahmgelegt war. Tui betonte in ihrer heutigen Mitteilung, die gegenüber den Arbeitnehmern der Tuifly getroffenen Zusagen hätten weiterhin Gültigkeit und würden derzeit weiter konkretisiert.

Berater Etihad
Freshfields Bruckhaus Deringer: Dr. Dirk Schmalenbach (Corporate/Finanzierung; Frankfurt), Dr. Peter Niggemann (Kartellrecht; Düsseldorf)

Fred Wendt

Fred Wendt

Berater Tui
Gleiss Lutz (Hamburg): Dr. Fred Wendt (Corporate/M&A),
WilmerHale (Berlin): Ulrich Quack, Dr. Oliver Fleischmann (Kartellrecht)
Inhouse Recht (Hannover): Dr. Hilka Schneider (General Counsel), Marcus Beger (Leiter Corporate/M&A)

Berater Air Berlin
Lindenpartners (Berlin): Dr. Matthias Birkholz (Corporate/M&A)
Jank Weiler Operenyi (Wien): Alexander Operenyi
Berwin Leighton Paisner (London)
Inhouse Recht (Berlin): Michelle Johnson (General Counsel)

Hintergrund: Alle Berater sind aus dem Markt bekannt.

Freshfields, die als langjährige Beraterin von Air Berlin bekannt ist, hat nun für Etihad die Strukturierung des Joint Ventures und die Verhandlungen mit Tuifly übernommen. Diese werden nach JUVE-Informationen von Schmalenbach und einem Düsseldorfer Corporate-Team geführt.

Matthias Birkholz

Matthias Birkholz

Air Berlin wird nun in den Verhandlungen mit seinem Großaktionär Etihad zur Übernahme der Unternehmensteile von Lindenpartners-Gesellschaftsrechtler Birkholz vertreten. Das österreichische Recht betreut der ehemalige Freshfields- und heutige Jank Weiler Operenyi-Partner, Alexander Operenyi.

Über die Rolle von Arbeitsrechtlern ist derzeit noch wenig bekannt. Aus dem Markt bekannt ist, dass Baker & McKenzie-Partner Dr. Burkard Göpfert für Etihad tätig ist. Erfolgreiche Verhandlungen mit Gewerkschaften hat Tuifly in der Vergangenheit auch schon ohne Hilfe von außen über ihren General Manager Labour Relations, Michael Hengesbach, geführt. (Christiane Schiffer)

Geändert am 25.11.2016