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19.12.2011

Arabische Finanzspritze: Etihad engagiert sich mit DLA bei Air Berlin

Die arabische Fluggesellschaft Etihad wird zum größten Einzelaktionär bei Air Berlin. Für 73 Millionen Euro stockte Etihad ihre Anteile an Deutschlands zweitgrößter Fluglinie im Zuge einer Kapitalerhöhung auf rund 29 Prozent auf. Zuvor hielten die Araber knapp drei Prozent.

Benjamin Parameswaran

Etihad verpflichtete sich, die Anteile mindestens zwei Jahre zu halten und keine weiteren Anteile zu erwerben. Daneben gewährt der Staatskonzern aus Abu Dhabi der finanziell angeschlagenen Air Berlin-Gruppe noch einen Kreditrahmen von 200 Millionen Euro. Air Berlin war nach schneller Expansion nach drei Verlustjahren in Folge zuletzt in die roten Zahlen gerutscht und hat Schulden in Höhe von über 600 Millionen Euro.

Der langjährige Firmenchef Joachim Hunold war darauf im September von seinem Posten zurückgetreten. Die neue Air Berlin-Spitze, der frühere Deutsche Bahn-Chef Hartmut Mehdorn leitete umgehend ein hartes Sanierungsprogramm ein. So soll die Flugzeugflotte von 170 auf 152 Maschinen verkleinert, zudem zahlreiche Strecken gestrichen werden.

Air Berlin vereinbarte nun mit Etihad über die Finanzspritze hinaus auch eine strategische Zusammenarbeit. So wollen beide Fluglinien etwa gemeinsam Flüge anbieten. Dadurch will Air Berlin im kommenden Jahr zwischen 35 und 40 Millionen Euro sparen.

Berater Etihad
DLA Piper (London): Jon Hayes (Corporate), Mark Franklin (Regulatory/Aviation), Dr. Benjamin Parameswaran (Corporate; Hamburg), Dr. Ludger Giesberts (Regulatory/Aviation), Dr. Andreas Meyer-Landrut (Corporate; beide Köln), Kate Vernon (Regulatory/Competition), Dr. Daniel Sharma (Regulatory/Competition; Brüssel), Andrew Davies (Corporate; Leeds), Kate Vernon (Regulatory/Antitrust, London), Dr. Daniel Sharma (Regulatory/Antitrust;, Brüssel), Duncan Gillespie (Litigation/Regulatory)

Berater Air Berlin
Freshfields Bruckhaus Deringer (London): Martin Nelson-Jones, Jennifer Bethlehem (Gesellschaftsrecht/M&A), Richard Ballard, Dr. Konstantin Mettenheimer (beide Steuerrecht; Frankfurt) Dr. Peter Niggemann (Kartellrecht; Düsseldorf), Dr. Claus Pegatzky (Öffentliches Wirtschaftsrecht; Frankfurt); Associates: Lee Bissett, Kirsty Grant (alle Gesellschaftsrecht/M&A), May Smith (Steuerrecht), Alice Greenwell (Arbeitsrecht), Dr. Ansgar Schönborn, Natalie Vahsen (beide Gesellschaftsrecht/M&A; beide Berlin), Dr. Markus Benzing (Öffentliches Wirtschaftsrecht), Dr. Johannes Vogel, Uta Kunold (beide Bank- und Finanzrecht; alle Frankfurt), Sabrina Raatz (Kartellrecht; Düsseldorf), Sandra Auer (Steuerrecht), Dr. Rüdiger Hopfe (Arbeitsrecht; beide Frankfurt)

Hintergrund: DLA begleitete Etihad im Nahen Osten schon seit etlichen Jahren. In Deutschland war es nun aber, soweit bekannt, das erste größere Projekt, an dem die Kanzlei für die Fluggesellschaft arbeitete. Neben dem federführenden Londoner Partner Hayes soll vor allem der Hamburger Partner Parameswaran eine bedeutende Rolle in der Transaktion übernommen haben.

Freshfields arbeitet schon seit Jahren für Air Berlin. So begleitete sie den Konzern schon bei dessen Expansion, beispielsweise 2007 beim Kauf von LTU (mehr…) und auch 2009, als zwei neue Großaktionäre einstiegen (mehr…). Im vergangenen Jahr stand sie der Fluglinie zur Seite, als sie über eine Wandelanleihe frisches Kapital einsammelte. Anders als beim jetzigen Deal, wo die Kanzlei mit einem Londoner Team tätig wurde, lag die Federführung damals beim Frankfurter Partner Dirk Schmalenbach (mehr…). Freshfields gehört in Deutschland zu den aktivsten Großkanzleien in der Beratung der Luftfahrtbranche und hat neben Air Berlin auch zu anderen Größen seit Langem gute Kontakte. So begleitete sie in den vergangenen Jahren beispielsweise auch häufiger die Lufthansa (mehr…). (René Bender)