Unternehmen selbst rüsten technisch auf

Aber auch in eigener Sache beginnen deutsche Rechtsabteilungen ganz allmählich, sich mit technischen Innovationen anzufreunden. Im Fokus stehen dabei – wie auch bei den Kanzleien – in aller Regel nicht die Mandate, an denen das Überleben des Unternehmens hängt, sondern das juristische Tagesgeschäft, das Kapazitäten in den meist nicht üppig besetzten Rechtsteams frisst. Es war unter anderem eben dieses juristische Grundrauschen, das zum Beispiel den Gasekonzern Linde dazu veranlasste, seine weltweiten Einkaufsverträge zu standardisieren.

Der Vorteil: Die Unternehmensjuristen müssen sich heute seltener mit diesem Komplex befassen, das spart Zeit und Ressourcen. Gleichzeitig schafft eine solche einmalige Investition – sowohl personell als auch finanziell – die Grundlage, um künftig keine externen Berater in den verschiedensten Ländern mehr einschalten zu müssen.

Die Vertragsarchitektur kennt schließlich niemand so gut wie die Rechtsabteilung selbst, das hauseigene Intranet sorgt für die nötige flächendeckende Verbreitung. Damit ist dieses Projekt nicht nur ein zentrales Element für die Kostenkontrolle, vielmehr bedeutet ein effizientes Qualitäts- und Risikomanagement der vertraglichen Beziehungen auch einen wichtigen Baustein in der Unternehmenscompliance.

Die wichtigsten Verfahren

Die wichtigsten Verfahren 2016

Technisch aufgerüstet hat auch die Deutsche Lufthansa. Bei ihr ist das Thema die Optimierung der Zusammenarbeit mit externen Rechtsberatern unter den Gesichtspunkten von Übersicht und Kostenkontrolle. Schon vor mehr als zehn Jahren war sie mit dem Einsatz der Rechnungsprüfer von Legal Bill einer der Pioniere in Sachen Outsourcing und Rechtsmanagement.

Heute hat sie sich weit darüber hinaus entwickelt: Die Beraterliste ist schlanker geworden und eine ausgefeilte Anwaltsdatenbank sorgt für einen globalen Überblick über alle Berater. Die Fäden in der Hand hält ein Legal-Spend-Manager. Erstaunlicherweise erntet das System auch von den externen Beratern immer wieder Lob. Der Grund: Lufthansa gelingt mit dem Legal-Spend-Management der Spagat, -einerseits die Honorarforderungen der Kanzleien im Griff zu behalten, aber sie andererseits auch nicht zu knebeln.

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