Presse- und Äußerungsrecht

Das Recht auf Vergessen stärkt Betroffene

Während die Verlage aus Sicht ihrer Vertreter bei Auseinandersetzungen in den vergangenen Jahren häufig vor Gericht Recht bekamen, hat zuletzt der EuGH mit der sog. Recht-auf-Vergessen-Entscheidung wieder die Seite der Betroffenen gestärkt. Das Urteil hat weitreichende Auswirkungen. So muss z.B. das Ärzteportal Jameda zukünftig die Kommentare seiner Nutzer stärker prüfen, um Persönlichkeitsverletzungen zu verhindern und somit wichtiger Teil der Krisenkommunikation werden. Dieses Urteil war nur eines von mehreren Urteilen, die dafür sorgen, dass Krisenkommunikation in Unternehmen vielen Kanzleien Beratungsbedarf beschert.

Entsprechend konnten Kanzleien, die sich deutlich auf Unternehmensseite positioniert haben, ihr Geschäft erneut ausbauen. Dazu zählen vor allem Schertz Bergmann und Höcker. Aufseiten der großen Verlage und Sendeanstalten stehen unverändert anerkannte Einheiten wie Raue, Damm & Mann, DLA Piper und SSB Söder Schwarz Berlinger. Zwar sind die beiden Letzteren jüngere Adressen in diesem Markt, ihre Partner sind aber altbekannte Akteure: So wechselte das gesamte Medien- und Presseteam von Bird & Bird zu DLA Piper, und SSB Söder Schwarz Berlinger gründete sich aus der ehemaligen Kernmannschaft der Kanzlei Prof. Schweizer.