JUVE Kanzlei des Jahres

Medien

Digitalisierung hält die Branche in Atem

Die Digitalisierung krempelt die Medienbranche um. Die klassische Film- und Fernsehbranche verliert an Bedeutung. Mittlerweile haben rein digital verfügbare Inhalte längst ihr Marktnischendasein aufgegeben: Die Umsätze mit Video-on-Demand sind in einem Jahr um ein Viertel auf 717 Millionen Euro gestiegen, Netflix und Amazon bringen in Deutschland eigene Serien auf den Markt, und das auf Gaming spezialisierte Streamingportal Twitch verzeichnet 133 Millionen Klicks – in einem Monat. Ein weiteres Beispiel dafür, dass klassische und neue Medien nicht zwangsläufig in Konkurrenz zueinander stehen, ist die Investition von Facebook bei Axel Springer. Mit dem Geld wird das Medienhaus Live-Video-Tools ausbauen.

Und auch Industrieunternehmen kooperieren mit Content-Anbietern, wie etwa die Deutsche Bahn, die mit Streamingdienst Maxdome eine Kooperation geschlossen hat. Dass in dieser Gemengelage von klassischen und digitalen Medien um das Urheberrecht weiter gestritten wird, versteht sich von selbst. Allerdings kommt der Gesetzgeber mit der Geschwindigkeit der technologischen Entwicklung nicht mit. Eine nach langer Diskussion im Frühjahr 2016 beschlossene Reform des Urhebervertragsrechts stieß prompt auf massive Kritik seitens der Urheber.

Schnittstellenberatung wird wichtiger

Jenseits des klassischen Medienrechts gewinnt die Beratung an mehreren Schnittstellen an Bedeutung: Datenschutzrechtliche Fragen stellen sich bei digitalen Inhalten, das wettbewerbsrechtliche Verfahren gegen Adblocker Eyeo beschäftigt Verlage, und gegen Google gehen Medienanbieter kartellrechtlich vor. Ebenfalls als Dauerbrenner erweisen sich die Einspeiseentgelte sowie zahlreiche Verfahren zur Bestsellervergütung.

Entsprechend der technologischen Entwicklung und der Relevanz der angrenzenden Beratungsbereiche können vor allem solche Kanzleien den Beratungsbedarf zu Digitalisierungsthemen abdecken, die über starke IT-, Wettbewerbs- und Kartellrechtspraxen verfügen – und die auch gemeinsam agieren. Besonders sichtbar waren CMS Hasche Sigle mit der Vertretung von Adblocker Eyeo und ihrer Beratung zum E-Sport sowie SKW Schwarz und Morrison & Foerster durch die Beratung von Streamingplattformen.

Aber auch kleinere Einheiten können sich behaupten, wie etwa Lausen, KNPZ Rechtsanwälte und JBB Rechtsanwälte. Im Kartellrecht – u.a. gegen Google – taten sich besonders Hengeler Mueller und Taylor Wessing hervor, aufseiten der VG Media Raue. Personell blickt der Markt insgesamt auf ein eher ruhiges Jahr zurück. Umso mehr Aufsehen erregte der Wechsel einer kompletten Medienpraxis: Das gesamte Medienteam um Prof. Dr. Stefan Engels und Dr. Michael Stulz-Herrnstadt ging von Bird & Bird zu DLA Piper.


Die folgenden Bewertungen behandeln Kanzleien, die einen Schwerpunkt in der Beratung der Film-, TV-, Entertainment- u. Verlagsbranche haben. Um die Beratungsschwerpunkte zu verdeutlichen, gibt es separate Rankingtabellen für die Vertragsgestaltung, die Medienregulierung u. die Transaktionsbegleitung.

 


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