JUVE Kanzlei des Jahres

Immobilienwirtschaftsrecht

Gute Konjunktur befeuert Transaktionsmarkt

Die Euphorie in der Immobilienbranche ist ungebremst, der Transaktionsmarkt boomt. Einzeltransaktionen sind oft zu sehen, aber es gibt auch weiterhin Portfolios, die den Eigentümer wechseln. Gleichzeitig bringt die gute Konjunktur ausländisches Geld in den deutschen Markt. So schnappte sich US-Investor Brookfield eins der letzten Sahnestücke: Mit einem geschätzten Kaufpreis von rund einer Milliarde Euro zählt der Kauf des Potsdamer-Platz-Areals zu den Top-Deals der vergangenen Jahre. Mit von der Partie war auch ein asiatischer Staatsfonds.

Der Brexit könnte den deutschen Markt noch mehr anheizen: Weil die Entwicklung des Londoner Immobilienmarktes unsicher ist, steigt die Attraktivität von Deutschland als Investmentort noch mehr. Erste Banken haben die Kreditvergabe für Investitionen in den britischen Immobilienmarkt bereits gestoppt.

Die Konsolidierung der Wohnungsbranche hat unterdessen eine Pause eingelegt. Nach monatelangem Kampf scheiterte Vonovia mit der geplanten Übernahme ihrer Konkurrentin Deutsche Wohnen. Seitdem wechseln vor allem kleinere Wohnportfolios den Besitzer.

Boutiquen auf dem Vormarsch

Der florierende Markt bietet aufstrebenden Kanzleien wie Jones Day und Herbert Smith Freehills immer mehr Gelegenheiten, sich im Markt zu positionieren – auch, weil die etablierten Immobilienpraxen stark ausgelastet sind.

Auch bei den Highlight-Deals sind die Top-Kanzleien nicht mehr unter sich. Beim Potsdamer Platz standen mit Iur Realis und KNP Kreikenbohm Niederstetter zwei kleinere Einheiten auf Verkäuferseite. Und bei der Kölner Lanxess Arena trat mit Kucera ebenfalls eine Boutique auf. Nur an einer Tatsache lässt sich kaum rütteln: Marktführerin Clifford Chance ist fast immer dabei, wenn prominente Objekte den Eigentümer wechseln.

Fachbereichsvernetzung für erfolgreiche Praxen zentral

Doch die reine Transaktionsberatung stellt viele Mandanten nicht mehr zufrieden, denn der Markt ist komplexer geworden. Die Immobilienpraxen reagieren, indem sie sich stärker mit anderen Fachbereichen vernetzen, etwa mit dem Gesellschafts- und Steuerrecht, vor allem wegen der steigenden Zahl an Share-Deals, die häufig über Luxemburg abgewickelt werden. Nach CMS Hasche Sigle im Vorjahr eröffneten deshalb nun auch GSK Stockmann + Kollegen und Dentons ein Büro in dem Kleinstaat. Gleichzeitig intensivierten Kanzleien wie McDermott Will & Emery und King & Spalding ihr Engagement im Fondsbereich. Auch die Schnittstelle zum Öffentlichen Recht ist inzwischen wichtiger, weil Projektentwicklungen immer beliebter werden.

Auch personell war der Immobilienanwaltsmarkt in Bewegung. Für viel Aufsehen sorgte der Abgang zweier angesehener Partner von Ashurst, die Anfang 2016 für die US-Einheit Goodwin Procter das erste Deutschland-Büro in Frankfurt eröffneten. Das Berliner Immobilienteam von Orrick Herrington & Sutcliffe wechselte unterdessen zu Berwin Leighton Paisner, nachdem Orrick ihr Büro in der Hauptstadt geschlossen hatte. Die aufstrebende Praxis von Jones Day verstärkte sich mit einem langjährigen Partner von Clifford Chance.


Besprochen werden Kanzleien, die bei folgenden Themen beraten: Kauf, Verkauf und Finanzierung von Immobilien u. Portfolios; Strukturierung von Immobilienfonds (siehe auch ?Investmentfonds und Asset-Management); Entwicklung von komplexen Immobilienprojekten sowie Industriearealen (siehe auch ?Umwelt- u. Planungsrecht, ?Projekte/Anlagenbau); Projekt- sowie Privatfinanzierung von öffentl. Immobilienprojekten u. Privatisierung; Großvermietungen u. -verpachtungen gewerbl. Immobilien. Mandanten sind Fonds, institutionelle Anleger, Finanzierer, Investoren oder institutionelle Entwickler. Empfohlene immobilienrechtl. orientierte ?Notare finden sich im Kapitel Notariat.

 


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