Düsseldorf

Kräfteverhältnisse sortieren sich neu

Düsseldorf ist das dominierende Zentrum für Anwälte im Westen. In den vergangenen zehn Jahren hat sich der juristische Schwerpunkt von Köln nach Düsseldorf verlagert. Insofern ist der Schritt von Freshfields Bruckhaus Deringer, ihr Kölner Büro zu schließen und ihre Ressourcen in Düsseldorf zu bündeln, strategisch sinnvoll. Die bekanntesten Corporate-Anwälte aus Köln werden allerdings nicht nach Düsseldorf, sondern nach München wechseln. Im Gegenzug kommen Frankfurter Corporate-Anwälte nach Düsseldorf. Die Verschiebungen hatten auch Abgänge zur Folge, die Wettbewerbern wieder neue Chancen eröffnen und das Kräfteverhältnis im lokalen Markt in den nächsten Jahren neu sortieren werden: Clifford Chance hat in ihrer Corporate-Praxis mit Dr. Anselm Raddatz wieder ein Schwergewicht in ihren Reihen. Latham & Watkins, deren Ausbau zuletzt etwas ins Stocken geraten war, konnte mit Dr. Michael Esser einen hochkarätigen Kartellrechtler für sich gewinnen.

Noch mehr Internationale Kanzleien lassen sich in Düsseldorf nieder

Daneben haben auch die Neueröffnungen des Jahres bereits für Aufmerksamkeit im Markt gesorgt. Der spektakulärste Neuzugang am Rhein war die Sozietät Pinsent Masons, die hier nach München ihr zweites deutsches Büro mit einem Team aus Energierechtsexperten von KPMG Law sowie einem Arbeitsrechtsteam von Clifford Chance eröffnete. Ebenfalls neu eröffnet hat in Düsseldorf die führende britische Kanzlei Herbert Smith Freehills, die zwar langsamer startete, allerdings mit bekannten Partnern von Spitzenkanzleien: Thomas Weimann, einem Prozessrechtler von Clifford Chance, sowie einem weiteren Corporate-Partner von Freshfields, dem EMEA-Corporate-Chef von Baker & McKenzie, Dr. Sönke Becker.

Der letzte Neuankömmling im Markt ist auf eine Nische spezialisiert. Dass das Düsseldorfer Noerr-Büro im Laufe der Jahre eine marktführende Versicherungspraxis aufbaute, zog die Aufmerksamkeit einer der in diesem Bereich weltweit führenden Sozietäten auf sich – der britischen Kanzlei Clyde & Co. – die sodann mit einem Team aus jüngeren Partnern (insgesamt fünf Anwälte) ihr erstes Büro in Deutschland eröffnete.

Patentspezialisten bringen sich in Stellung

In der Vorbereitung auf das neue Europäische Patentsystem (UPC) haben sich auch am starken Patentstandort Düsseldorf einige Veränderungen bei darauf spezialisierten Kanzleien ergeben: Der Prozess setzte Strategiediskussionen frei, die nicht immer konfliktfrei verliefen und für Bewegung im Markt sorgten. Prominentes Beispiel ist Preu Bohlig & Partner, bei der sich das komplette Düsseldorfer IP-Team als Kather Augenstein abgespalten hat. Seit dem Brexit-Votum sind jedoch bei allen Kanzleien weitere Vorbereitungen auf das neue Patentsystem zum Erliegen gekommen.

Städteduell am Rhein


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