Sachsen

Zweikampf der sächsische Metropolen scheint entschieden

Rund 25 Jahre nach der Wiedervereinigung scheint sich dort das Duell der beiden Großstädte Dresden und Leipzig in puncto Beratungsdienstleistungen zugunsten Leipzigs zu entscheiden. So konzentrierten sich praktisch alle Großkanzleien, die in beiden Orten vertreten waren, in den vergangenen Jahren auf Leipzig, wie die Beispiele CMS Hasche Sigle und Luther belegen. Als Ende 2015 auch die Big-Four-Prüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers bekannt gab, im Laufe des Jahres 2016 im Zuge ihrer Restrukturierung Dresden dichtzumachen und sich auf Leipzig zu konzentrieren, wurde das in der Anwaltschaft als Zeichen gegen den Beratungsstandort Dresden insgesamt gedeutet.

Leipzig zieht mehr Kanzleien an

In der Tat haben sich damit faktisch drei der vier größten WP-Gesellschaften für Leipzig entschieden, denn Deloitte und EY haben zwar noch Adressen in der sächsischen Landeshauptstadt, ihr Leben spielt sich jedoch ebenfalls in Leipzig ab. Nur KPMG bildet sowohl mit Wirtschaftsprüfern als auch mit Anwälten die Ausnahme. KPMG Law bleibt an beiden Orten praktisch in gleicher Teamstärke aktiv, das Dresdner Büro hat wegen bekannterer Persönlichkeiten vor Ort sogar das höhere Ansehen. Doch auch hier kam es zuletzt zu einem einschneidenden Ereignis: Ende 2015 verließ die langjährige Nummer zwei im Dresdner Büro, Thomas Mulansky, die Kanzlei und nahm die örtliche Paradedisziplin Insolvenzrecht mit in seine neue Einheit Zwade Mulansky.

Dresdner Kanzleien kämpfen mit Nachwuchssorgen

Auch bei der Bewerberlage hat Leipzig mittlerweile bessere Karten gegenüber Dresden. Während sich fast alle Wirtschaftskanzleien in der alten Handelsmetropole über eine große Auswahl potenzieller Kandidaten freuen, hat sich das Bild in Dresden drastisch verschlechtert. Mittlerweile macht sich deutlich bemerkbar, dass der Freistaat vor einigen Jahren den rechtswissenschaftlichen Studiengang mit 1. Staatsexamen an der TU Dresden eingestellt hat, sodass es den örtlichen Kanzleien praktisch unmöglich ist, bereits im Studium Interessenten anzusprechen – ein klarer Standortnachteil. Dagegen hat sich in Leipzig mittlerweile eine Studenten- und Junganwaltsgeneration etabliert, die es, anders als in den Nachwendejahren, nicht mehr automatisch gen Westen zieht. Sie hat die Vorzüge der aufstrebenden Großstadt Leipzig mit großem kulturellem Angebot, guter Kinderbetreuung und verhältnismäßig günstigem Wohnraum zu schätzen gelernt.


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