Hamburg

Mehr Kanzleien, höherer Preisdruck

Die Hamburger Kanzleien üben sich weiter im Spagat: Mit einem hanseatischen Antritt, der geprägt ist von Fairness und Sachlichkeit, müssen sie sich – ebenso wie Kanzleien anderswo – bei steigendem Preisdruck immer mehr dem Wettbewerb um Mandate stellen. Für internationale Großkanzleien mit hohen Margenerwartungen ist der Hamburger Markt mit seiner mittelständischen Prägung daher zunehmend schwierig. Dies führte im vergangenen Jahr erneut dazu, dass Anwälte mit Fokus auf den Mittelstand oder eine sehr spezielle Mandantschaft ihr Glück in kleinen Einheiten suchen. Und wie es in Hamburg Tradition ist, stellen sie dafür selbst etwas auf die Beine: Der starke Trend zu Spin-offs von Großkanzleien hält weiter an.

Erwachsen gewordene Spin-offs

Viele der Kanzleien, die in den vergangenen zehn Jahren gegründet wurden, fachen heute – teils in veränderter Form– als gestandene Kanzleien den örtlichen Wettbewerb im Gesellschafts-,Arbeits- oder Öffentlichen Recht kräftig an. Doch keine von ihnen hat in dieser Zeit eine Entwicklung hingelegt wie BRL Boege Rohde Luebbehuesen. 2006 mit fünf Berufsträgern gestartet, hat sie von Hamburg aus eine bundesweit tätige Sozietät mit rund 50 Anwälten aufgebaut, die sich strategisch an den Bedürfnissen ihrer mittelständischen Mandanten ausrichtet. Wie nachhaltig noch schnelleres Wachstum ist, wird sich in den nächsten Jahren bei DLA Piper ablesen lassen: Mit dem Wechsel eines großen Medien- und Corporate-Teams von Bird & Bird verdoppelte die Kanzlei Anfang 2016 ihre Präsenz vor Ort.

Schifffahrtskanzleien steuern weiter durch unruhige Gewässer

Daneben beschäftigt weiterhin die anhaltende Schifffahrtskrise die in diesem Bereich tätigen Hamburger Kanzleien. V.a. die Berater der zahlreichen kleineren Reedereien spüren den Druck. „Wer sich vorbereitet und auf den Energiebereich erweitert hat und zudem auf den Beraterlisten der Banken steht, der hat gute Karten, weiterhin gut durch die Krise zu kommen“, sagt ein Schifffahrtsrechtler. Bei den Großfusionen der Branchenriesen wie etwa Hapag-Lloyd mit UASC kamen derweil wieder die internationalen Kanzleien wie Freshfields Bruckhaus Deringer, White & Case und Linklaters zum Zug.

Gründerzeit im Norden


Die folgenden Bewertungen behandeln Kanzleien, die nach der Recherche der JUVE-Redaktion in ihrer Region eine besondere Bedeutung und Reputation genießen. Diese Kanzleien bieten typischerweise Beratung und Vertretung in vielen Sparten des Wirtschaftsrechts. Bitte beachten Sie aber ggf. Verweise auf weitere Besprechungen in einem Rechtsgebietskapitel. Dort finden Sie auch jeweils weitere Referenzmandate.