KANZLEI DES JAHRES ÖSTERREICH 2015

JUVE zeichnet seit 2004 im Rahmen einer Galaveranstaltung Anwaltskanzleien und ­Rechtsabteilungen in Deutschland aus, die sich innerhalb des einjährigen Berichtszeitraums besonders gut entwickelt haben. 2013 hat die JUVE-Redaktion erstmals auch fünf Kanzleien aus Österreich nominiert und am Awards-Abend den Titel „Kanzlei des Jahres Österreich“ verliehen.

Grundlage der Recherchen ist insbesondere das für den österreichischen Markt konzipierte JUVE Magazin für Wirtschaftsjuristen. Die Ausgabe (September/Oktober) erschien als Jahres-Sonderheft mit dem Schwerpunkt Kanzleikennzahlen und einem Corporate/M&A-Ranking.

2015 erhielten Anwaltskanzleien und Inhouse-Teams in insgesamt 18 Preiskategorien einen JUVE Award. Eine Übersicht aller Kategorien finden Sie hier.

Weitere Informationen zu den JUVE Awards finden Sie hier.

JUVE Kanzlei des Jahres Österreich 2015

Eisenberger & Herzog

Foto JUVE Awards 2015 Kanzlei des Jahres Österreich

Dr. Peter Winkler (Eisenberger & Herzog), Lars Monshausen (Visuphil Design Studios) (vlnr.)

Ihr Erfolg hat ein breites Fundament. Nach Gründung des Wiener Büros vor zehn Jahren galt Eisenberger & Herzog vor allem als M&A-Kanzlei. Diesen Ruf stellte sie zuletzt wieder mit der Beteiligung an diversen Großtransaktionen wie der Übernahme einer Minderheitsbeteiligung des Wiener Flughafens durch IFM Investors unter Beweis. Tatsächlich hat sie aber in zahlreichen Beratungsfeldern zuletzt einen Sprung gemacht.

Die Immobilien-, Kartell- und IP-Praxen gewannen deutlich an Profil. Die Bank- und Finanzrechtler drangen bei Kreditrestrukturierungen und im Kapitalmarktrecht ins Segment der etablierten Berater vor. Mit der Beratung der Telekom Austria bei ihrer milliardenschweren Kapitalerhöhung erhielt die Kanzlei praktisch den Ritterschlag. Und auch der Corporate-Bereich fordert die österreichische Marktspitze heraus.

Der eigentliche Erfolg ist aber, dass dieser Schub ohne spektakuläre Neuzugänge gelang. Eisenberger & Herzog feilte erfolgreich an ihren internen Strukturen und richtete beispielsweise größeres Augenmerk auf ihre vergleichsweise große Konzipientenriege. So erntet sie nun die Früchte eines konsequenten Kanzleiaufbaus sowie einer gelungenen internen und externen Vernetzung.

 

Binder Größwang

Kaum ein Großdeal, bei dem Binder Grösswang zuletzt nicht dabei war – sei es die Beratung von Wendel beim Kauf von Constantia Flexibles, die größte Transaktion des Jahres 2014, der Verkauf der Batteriesparte von Magna Steyr oder die Begleitung von Lenzing bei mehreren Transaktionen. Erstaunlich, wie es der Kanzlei gelingt, daneben noch die Riesenrestrukturierung der ÖVAG und des ganzen Volksbankensektors zu stemmen.

 

Möglich wird dies, weil Binder Grösswang nun die Früchte der Aufbauarbeit erntet. Sie konnte ihre Kontakte zu ausländischen Kanzleien, zuletzt Willkie Farr & Gallagher, weiter ausbauen. Durch eine gezieltere Spezialisierung erreicht sie zudem eine höhere Qualität der Mandate, außerdem können so auch junge Partner in wichtigen Mandaten führende Rollen einnehmen.

 

BPV Hügel

Namenspartner Prof. Dr. Hanns Hügel gehört von jeher zu den führenden Gesellschaftsrechtlern Österreichs. Doch mit der Beratung seiner Stammmandantin Immofinanz in der monatelangen Übernahmeschlacht mit CA Immo setzte er sich nun selbst die Krone auf. Er entwickelte für die Immofinanz eine Giftpille als Abwehrstrategie gegen den Einstieg der Wettbewerberin und reüssierte auf ganzer Linie.

 

Gleichzeitig zeigte sich in den vergangenen zwölf Monaten, dass bpv auch im Gesellschaftsrecht viel mehr ist als nur Hügel. Denn die Transaktionspraxis war so erfolgreich wie nie zuvor: Thomas Lettau hat sich zum Stammberater der Bawag P.S.K. gemausert und begleitet die Bank nun bei praktisch allen Zu- und Verkäufen, und Dr. Florian Gibitz ist bei ausländischen Investoren gefragter denn je.

 

CHSH Cerha Hempel Spiegelfeld Hlawati

CHSH hat weit mehr zu bieten als ihre renommierte Kapitalmarktpraxis, denn die Kanzlei hat sich kontinuierlich zu einer breit aufgestellten Konzernberaterin entwickelt. Exemplarisch steht dafür der gelungene Aufbau einer eigenständigen Kartellrechtspraxis mit inzwischen sieben Berufsträgern: Mit dem Spar-Verfahren betreut sie eine der prominentesten und meistdiskutierten Causen. Dass es gelang, die Arbeit für die Mandantin auf andere Bereiche wie Immobilien, Finanzierung und Corporate auszudehnen, belegt die weiter verbesserte interne Zusammenarbeit.

 

Auch im Gesellschaftsrecht und M&A macht CHSH gegenüber Wettbewerbern Boden gut – beeindruckend ist ihre Präsenz bei grenzüberschreitenden Deals für Topkonzerne wie OMV. Aber auch ausländische Investoren wie Capita finden nun immer öfter den Weg in die Kanzlei.

 

Herbst Kinsky

Endgültig gelungen ist die Verbreiterung des Geschäfts. Lange galt Herbst Kinsky im Markt als hochspezialisierte Kanzlei für Konfliktlösung und Venture Capital, doch nicht zuletzt durch den Zugang von Dr. Phillip Dubsky, der von DLA Piper Weiß Tessbach kam, erreichte die Kanzlei eine neue Ebene. Vor allem im Gesellschaftsrecht/M&A wurde der Fortschritt im vergangenen Jahr deutlich: Dubsky brachte die Kanzlei immer wieder bei Industrieunternehmen wie AMS ins Spiel und verbesserte das Geschäft deutlich.

 

Dass es zudem gelang, in Linz einen jungen Anwalt zum Partner zu ernennen, ist beispielhaft für die Entwicklung der Kanzlei. Die Ernennung zeigt, dass die sehr renommierten Namenspartner auch jungen Anwälten eine Perspektive geben. So ist Herbst Kinsky für die Zukunft bestens gerüstet.