Graz

(Stand: 30. September 2014)

Worum geht's

 

Kleinteilig präsentiert sich der Grazer Kanzleimarkt

Lange befand sich der Grazer Anwaltsmarkt in einem Dornröschenschlaf. Doch seit rund fünf Jahren entwickelt sich die örtliche Szene dynamisch, was vor allem auf den höheren Spezialisierungsgrad einiger Einheiten zurückzuführen ist. Ganz oben steht dabei die ?Restrukturierungs- und insolvenznahe Beratung. Einige Insolvenzrechtsexperten, wie zum Beispiel Dr. Alexander Isola von Graf & Pitkowitz, Dr. Norbert Scherbaum von Scherbaum Seebacher oder zunehmend auch Mario Kapp von Kapp & Strimitzer, betreuen als Masseverwalter immer wieder auch Verfahren, die weit über Graz hinaus Beachtung finden. Zu den eher regionalen Größen zählt zudem Böhm Reckenzaun & Partner.

Doch woher kommt diese Entwicklung? „Es gibt in der Steiermark traditionell viele Unternehmensgründungen“, erläutert ein Grazer Jurist. „Diese jungen Einheiten sind zunächst einmal eher davon bedroht, auch relativ schnell wieder von der Bildfläche zu verschwinden.“ So gebe es bei den Grazer Anwälten viel Erfahrung in der Abwicklung von Insolvenzen, auch mit den Themen rund um Finanzierung und Restrukturierung seien viele sehr vertraut.

Kanzleien bieten Beratung in vielen Rechtsgebieten

Noch immer prägen daneben vergleichsweise breit aufgestellte Sozietäten das Bild, wie zum Beispiel Kaan Cronenberg & Partner oder Draxler Rexeis Strampfer. Meist werden sie für ihre Expertise in ein, zwei Rechtsgebieten hervorgehoben. So hat sich Piaty Müller-Mezin Schoeller einen Namen in der umfassenden Beratung von Krankenanstalten sowie im IP-Recht gemacht hat. Klein Wuntschek & Partner genießt einen guten Ruf für Arbeitsrecht, Schmied Passer für Mietrecht.

Neue Geschäftsfelder als Wachstumschance

Allerdings ermöglicht die Expansion in neue Geschäftsfelder den beiden Grazer Großkanzleien stärkeres personelles Wachstum: Für Scherbaum Seebacher etwa steht vor allem die Ausrichtung nach Süd- und Osteuropa im Fokus der Geschäftsentwicklung.

Für Wettbewerberin Held Berdnik Astner & Partner erweist sich ihr bereits 2001 eröffnetes Wiener Büro zunehmend als Erfolgsgeschichte: Seit 2009 betreibt ein Team vor Ort Aufklärungsarbeit für die Hypo Alpe-Adria. Dies zieht auch andere Compliance-Untersuchungen nach sich.

Auch Eisenberger & Herzog entschied sich für den Expansionskurs über Wien und verändert ihr Selbstverständnis komplett: Ihre Spezialisierung im ?Öffentlichen Recht entwickelte sie aus Graz heraus, begreift sich demnach eher als Wiener Kanzlei mit Wurzeln in Graz.