Linz

(Stand: 30. September 2013)

Worum geht's?

 

Linzer Anwaltsmarkt gilt als gut abgeschottetes Terrain

„Das sind festgefügte Zirkel, in denen Sie sich hier bewegen“, sagt ein oberösterreichischer Wirtschaftsanwalt über die als besonders stabil geltenden Mandatsbeziehungen im traditionellen Linzer Markt. Seit vielen Jahren schon dominieren Kanzleien wie Haslinger Nagele & Partner, SCWP Schindhelm oder Wildmoser Koch & Partner und begleiten ihre angestammten Mandanten aus Industrie und Erst der in Kanzleien wie Unternehmen langsam einsetzende Generationswechsel verspricht Bewegung für die scheinbar zementierten Mandatsbeziehungen.Handel, private Investoren, Privatstiftungen und Banken buchstäblich in guten wie in schlechten Zeiten.

Generationswechsel setzt langsam ein und verspricht Bewegung 

Gerade weil sich der Markt vergleichsweise statisch zeigt, haben es neue Einheiten wie die aus Wien stammende Kanzlei Herbst Kinsky, die seit gut fünf Jahren ein eigenes Linzer Büro unterhält, schwer. Sie setzt darauf, dass der Generationswechsel auf Unternehmensseite einen gewissen Wandel bringt und hat außerdem die Beratung von Unternehmensgründern in den Blick genommen, in der Hoffnung, mit den Start-ups gemeinsam zu wachsen.

Weitere Bewegungen am Markt beschränken sich auf die Neuaufstellung bekannter, etablierter Juristen, wie z.B. der Zusammenschluss von Klaus Lughofer und Dieter Niederhumer, die seit Anfang 2013 unter Lughofer firmieren. Beide kennen sich aus ihrer Zeit bei Weixelbaum Humer & Partner (heute Weixelbaum & Partner). Zum Jahresende schließen sich zudem die bekannten Linzer Kanzleien Bruckmüller Zeitler und Hengstschläger Lindner und Partner zusammen. Damit entsteht die personell viertgrößte Einheit im oberösterreichischen Anwaltsmarkt. Der Bedarf sei da, ist Dr. Georg Bruckmüller, einer der Namenspartner, vom Erfolg der neuen Konstellation überzeugt. Weiters bestehe so die Chance, notwendige Spezialisierungen voranzutreiben. "Dafür braucht man einfach eine gewisse Größe", so Bruckmüller.

Wiener Büros bieten größere Wachtsumschancen

Und noch eine weitere Folge hat die Enge des oberösterreichischen Marktes: Das Wachstum von SCWP oder HNP findet längst nicht mehr in Linz oder Wels, sondern vor allem in Wien statt. Dort ein Büro zu unterhalten, ist vor allem für den Zugang zum Kapital- und den zuletzt besonders wichtig gewordenen Immobilienmarkt unverzichbar. „Nach Wien zu gehen, war eine rein wirtschaftliche Entscheidung“, sagt ein Partner einer Linzer Kanzlei.